Worte vom Leiter

Häh, wer bin ich denn?
Hab’s in den letzten 56 Jahren versucht heraus zu  finden
…ich arbeite Tag für Tag dran …melde mich dann wieder, wenn ich was weiß …

Und was mache ich da?
Ich glaube ich probiere ein Mikrophon aus…

Wenn ich kein Chorleiter wäre, dann wäre ich gerne…
Chormitglied in einem Chor mit einem ganz tollen Chorleiter

Mein liebstes Chorstück…
…ist immer das nächste oder Das, das ich gerade bastele oder neu arrangiere

Und wenn ich gerade nicht in der Chorprobe bin…
…dann arbeite ich mit Freuden auf die nächste hin oder mache irgendetwas weltliches …aber nur wenn’s sein muss…
die Ferien gehören meiner Frau und der Familie …wenn es eben geht

Drei Worte zu:

Sopran 1: Sahnehäubchen von lebhaftem bis temperamentvollem Charakter…

Sopran 2: Sahnehäubchen von unvergleichlich konstantem und ausgleichendem Wesen…

Alt: Geschmacksverstärker aus der Mitte kommend….

Tenor: durchzieht alles und gibt auch schon mal das besondere Timbre….

Bass: fundamentaler, basstialischer Tiefenschärfeerzeuger….

Chorleiter: Chef der Hexenküche, Oralgourmet, der gern Sterne sammelt…

 

Einmaleins des A-Cappella-Gesangs

„Wie geht eigentlich A – Cappella selbst gemacht?“
 (von Jörg Decker)

Rock- und Popmusik (in der Regel also Musik mit Instrumentalbegleitung) in rein vokale Arrangements zu verwandeln ist eine (hohe) Kunst für sich. Die hohen und tiefen, langen und kurzen Töne der Musik sowie ihre Stilistik und Eigenart gilt es, ausschließlich mit der Hilfe von Konsonanten und Vokalen und deren geschickter Verbindung in ein Gewand zu kleiden, dass eben nur mit der Stimme produziert wird und am Ende dem Original mindestens „ebenbürtig“ sein soll. Melodie und Grundtöne sind in dem zu arrangierenden Stück sozusagen vorgegeben, der Rest muss passend dazu komponiert werden, wobei keine® der Sänger/innen nur passende, langweilige Akkordtöne singen möchte, sondern tolle, charaktervolle, die Hauptstimme auf das Feinste garnierende Nebenstimmen.

Das zu erreichen, ist dann die Aufgabe des Arrangeurs (also meine). Er weiß um die Fähigkeiten seiner Sänger/innen und um die Möglichkeiten der verschiedenen Stimmlagen seiner Mann- und Frauschaft und versucht, den zugrunde liegenden Song so umzuwandeln, dass am Ende möglichst alle Augen glänzen, jede Stimme mal einen Teil der Hauptstimme präsentieren durfte und die Sänger/innen am Ende vielleicht sogar sagen: „ Ich singe deine (komponierte) Nebenstimme noch lieber als die Hauptstimme“ oder „ Ey, klingt besser als das Original“ .

Dann glänzen sogar die Augen des Leiters, der selten unter 70 Zeitstunden benötigt, um alles zu komponieren, in den Computer einzugeben, Playbacks aufzunehmen und sogar noch  die Stimmen, höchstpersönlich, alle mit seinem EINMANNCHOR „DECHOR“ einzusingen…pro Stück versteht sich….  So erschafft er die Übegrundlage für die Sänger/innen, damit jede® unabhängig von den Probezeiten nach individuellem Bedarf üben kann …

 DER SOPRAN 1 und DER SOPRAN 2
…ist eigentlich EINE Frauschaft, die „künstlich“ in zwei Gruppen getrennt wurde, um im Chor eine Vierstimmigkeit zu erreichen. Der Sopran sorgt für den Bereich der hohen Töne, er ist das „Sahnehäubchen“ in unserer Musik, er transportiert ganz oft die Hauptstimme oder eine hohe Nebenstimme und lässt den Chor „obenrum“ schmelzen und strahlen….
 DER ALT
…ist die Kraft in der Mitte, arbeitet wechselweise mit allen Stimmen zusammen und bekommt, wenn es das Stück denn zulässt, auch mal Teile der Hauptstimme und –  in besagtem Fall – dann auch bevorzugt, er ist der Geschmacksverstärker in der Mitte der Musik und zermalt die „musikalischen Bohnen“ zu feinem Aroma …
DER TENOR
…ist der Tausendsassa im Chor, er bringt sehr oft die Hauptstimme, ist gern auch Unterstützer der Hauptstimme in den Sopranen, ebenso aber auch mal Weggefährte der Bässe, nur in höherer Lage bis hin zu geradezu „unmännlichen“ hohen Grenzgängen…die besondere Note unseres Cafes für die Ohren…
 DER BASS
…ist unser Fundament, manchmal unisono, manchmal bis zu in drei verschieden Lagen aufgeteilt, im JCO ist der Bass mehr als nur „dumm –  dumm“ oder „bamm –  bamm“, er hat auch Hauptstimme, oft auch rhythmische Elemente, verbale Einwürfe und manchmal so viel zu tun, dass ihm die Luft wegbleiben müsste…ohne ihn hängt auch alles in selbiger, er ist die Mahlmaschine unseres Schmauses für die Ohren, er macht die Bohnen, die besondere(n) Note(n) und das Sahnehäubchen erst zu dem, was sie sind.
 MOUTH PERCUSSION
…macht im Falle des Falles unser „Fathi“ am Mikrophon, wenn er nicht gerade im Tenor sein Wesen treibt, er simuliert (mit Konsonanten vorzugsweise) das Schlagzeug auf eine Art und Weise, die ständig den Neid des Chorleiters hervorruft, er versetzt die Musik mit „Groove“, er führt die Tasse zum Mund, sozusagen….
Guten Appetit!